Was unsere Lehrer*innen lesen
Eine der nervigsten und zugleich faszinierendsten Fragen, denen wir in unserem Alltag begegnen können, ist wahrscheinlich: „Woher kommst du?“
Einige von euch erinnern sich vielleicht an Vus letzten Buchtipp von Sasa Stanišić, dessen erster Roman „Wie der Soldat das Grammophon reparierte“ nach wie vor zu Vus Lieblingsbüchern zählt.
In „Herkunft“ versucht der Autor, sich dieser heiklen Frage zu nähern, indem er seine eigene Familiengeschichte erzählt und dabei eine Form der Autofiktion verwendet, um zu beschreiben, was Geburtsorte, Sprache und Familie für das Leben bedeuten.
Es ist wieder alles da: der unverwechselbare Ton Stanišićs, der feine Humor und die Freude am Klang der Worte. Stanišić beginnt mit seiner Kindheit in Višegrad, den letzten Fußballspielen in Friedenszeiten, bevor Krieg und Nationalismus die Familie zwingen, das Land zu verlassen und nach Deutschland zu fliehen. Mit scharfem Blick und viel Humor beobachtet er seine Freunde vom Parkplatz einer Tankstelle in Heidelberg aus, als er dort in den 1990er Jahren als Teenager lebte. Sein Schreibstil ist sowohl eloquent als auch humorvoll. Die Kraft liegt in der Einfachheit seiner Sätze, die seine Geschichten so greifbar machen, dass wir als Leser uns damit identifizieren und mitfühlen können.
„Herkunft“, das mit dem Deutschen Buchpreis 2019 ausgezeichnet wurde, eignet sich auch für Deutschlernende – nicht nur, weil der Autor eine leicht verständliche Sprache wählt, sondern auch, weil viele von Ihnen sich mit dem Thema identifizieren können.
Probiert es aus!