Und das ist Christina!
Du hast ja auch in Estland, Portugal und Kanada gelebt und gearbeitet. Welche Anekdoten sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
In Kanada habe ich mehrere Deutschkurse an der University of Victoria unterrichtet. Dort hat sich mein Kollege in Anlehnung an ein Grammatikthema eine Aufgabe überlegt, bei der sich die Studierenden gegenseitig Komplimente machen sollten. Für mich klang das erst sehr komisch, da es in Deutschland viel weniger üblich ist, Menschen einfach so Komplimente zu machen als in Kanada. Ich habe zum Beispiel andauernd Komplimente für meinen bunten Schal bekommen, einmal sogar für mein Fahrrad. Mit der Zeit habe ich das aber auch zu schätzen gelernt und versuche es seitdem, selbst mehr in Berlin zu machen.
Und sonst finde ich es immer wieder spannend, die eigenen Eigenarten, die das Aufwachsen in Deutschland mit sich bringt, im Ausland viel deutlicher wahrzunehmen. Sei es das Verlangen nach gutem Brot (kein Weißbrot!!), wandern und spazieren gehen als sehr beliebte Sportart, lüften (viele Fenster im Ausland haben keine Kippfunktion) oder auf die Frage „Wie geht’s dir“ eine sehr ehrliche Antwort zu bekommen.
Bevor du für Transmitter tätig geworden bist, hast du auch im Ausland unterrichtet. Wie war das Unterrichten dort?
Das Unterrichten im Ausland, sowohl in Portugal als auch in Kanada, war sehr spannend! Ich habe beide Male an Unis unterrichtet und es war sehr interessant zu sehen, wie sich die Strukturen von denen an deutschen Unis zum Teil unterscheiden.
Zum Glück war ich sehr frei darin, zu entscheiden wie ich meinen Unterricht gestalte. Aber natürlich haben wir die Studis auf Prüfungen vorbereitet, die ich mit konzipiert und korrigiert habe. Das war nicht mein Lieblingsteil…
Die Studis waren aber alle sehr nett! Was mir aufgefallen ist, ist, dass die Studis in Portugal viel mehr auf Frontalunterricht eingestellt sind, während die kanadischen Studis auch schon interaktive Formate besser kannten.
Wie bist du auf die Idee gekommen, Deutsch als Fremdsprache zu studieren?
Ich habe mit 22 ein Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit am Deutschen Kulturinstitut Tallinn gemacht. Dort fanden neben Veranstaltungen hauptsächlich Deutschkurse statt und ich durfte ab und an bei den dortigen Lehrkräften in den Unterricht hineinschauen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und da ich selbst sehr gern neue Sprachen lerne, dachte ich, dass es der perfekte Beruf für mich sein könnte.
Als ich dann gesehen habe, dass es in Berlin einen passenden Studiengang gibt, stand meine Entscheidung so gut wie fest.
Welchen Herausforderungen bist du während deiner Arbeit mit Jugendlichen und Kindern begegnet?
In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind Motivation und Konzentration große Herausforderungen. Die Kinder und Jugendlichen, mit denen ich bisher gearbeitet habe, haben oftmals durch Flucht, Ankommen in einem neuen Land und sich hier Zurechtfinden viele Themen, die sie beschäftigen und teils stark belasten. Daher finde ich es oft auch genauso erstaunlich, wie viel Willenskraft und Durchhaltevermögen sie trotz dessen besitzen, diese schwierige Sprache zu erlernen.
Hast Du ein Lieblingslevel im DaF Unterricht?
Schwer zu sagen, eigentlich haben alle Niveaus etwas. Aber vielleicht mag ich A2 besonders gern, weil da die Fortschritte der Teilnehmenden – vor allem im Sprechen – sehr sichtbar werden.
Welche Aktivitäten oder Spiele magst du im Unterricht am liebsten?
Alles, was mit bewegen (am liebsten Theater) und sprechen zu tun hat. Und da, wo die Teilnehmenden sich selbst kreativ ausdrücken können. Ich finde es schön, wenn ich sie so noch besser kennenlerne.
Und abschließend: lernst du gerade selber eine Sprache? Oder welche Sprache würdest du gern noch lernen?
Ich möchte gern noch ganz viele Sprachen (am liebsten alle) lernen. Gerade möchte ich mein Arabisch verbessern und mit Französisch anfangen.