29.04.2026

Unser Interview mit Benji

Vielleicht habt ihr Benji schon bei uns gesehen. Wir haben uns mit ihm getroffen, um mehr über ihn zu erfahren.

Du arbeitest auch im Bereich der Sprachförderung für Kinder. Magst Du uns etwas über Deine Arbeit dort erzählen?

Sehr gerne. Wir entwickeln Materialien für die Sprachförderung von Kindern an Kitas und in Schulen. Uns geht es darum, Kinder zu unterstützen, die deutsche Bildungssprache richtig zu erlernen. Wir begleiten Kitas und Schulen dabei, spielerische und alltagstaugliche Sprachförderung zu verankern. Das Ziel ist dabei natürlich mehr Bildungsgerechtigkeit, vor allem für migrantische und mehrsprachige Kinder.

Wie bist Du in den DaF Bereich gekommen?

Aufgrund meiner eigenen Migrationserfahrung habe ich schon als Jugendlicher beim Kommunalen Integrationszentrum ausgeholfen. Nach dem Abitur gab es dort einen Bedarf an Lehrkräften für einen Alphabetisierungskurs – das habe ich dann ein Jahr lang gemacht und bin seitdem im DaZ/DaF Bereich unterwegs. Ich begleite gerne Menschen dabei, sich in einer neuen Sprache neu zu entdecken. Und diese Sprache zu ihrer eigenen Sprache zu machen.

Was sind die vielleicht unterschiedlichen Schwierigkeiten beim Fremdsprachenerwerb bei Kindern und Erwachsenen?

Kinder können sich schneller in eine Sprache ’schmeißen‘, besonders wenn wie sich mitteilen wollen. Sie sind noch nicht so verkopft. Erwachsene brauchen immer mehr Unterstützung, um sich die neue Sprache wirklich anzueignen. Da spielen Ängste und Scham noch eine andere Rolle. Mir ist es immer wichtig, dass Lernende da raus kommen und Lust auf Deutsch haben.

Welches DaF Unterrichtslevel macht Dir am meisten Spaß?

Alle Levels haben ihre Eigenheiten, aber am liebsten unterrichte ich vielleicht B2 – da kann man sich richtig gut mit den Teilnehmenden unterhalten und weiß, dass sie es ernst mit der Sprache meinen. Außerdem kann man da richtig gut gemeinsam über die merkwürdigen Audios in manchen Büchern lachen.

Du unterrichtest Gruppenkurse und Firmenkurse. Gibt es da Unterschiede?

In Firmenkursen kennt sich die Gruppe meist schon und hat deswegen einen anderen Umgang. Das finde ich sehr spannend und angenehm. Die Firmenkurse haben meistens auch konkretere Erwartungen. Die Gruppenkurse in der Schule sind eher am Lehrwerk orientiert.

Kannst Du Dich an eine besonders lustige Unterrichtssituation erinnern?

In den Konversationskursen gibt es schon echt lustige Situationen, besonders wenn die Teilnehmenden Geschichten aus ihrem Leben  erzählen. Aber auch in den Gruppenkursen wird oft gelacht. In einem B1.2 Kurs haben die Teilnehmenden mal einen Film weiter gespielt und sich dabei echt verrückte Szenarien ausgesucht, so richtig mit Liebesdrama und allem drum und dran.

Lernst du aktuell selbst eine neue Sprache?

Nicht in einem Kurs, aber ich versuche weiterhin fleißig die arabischen Schilder auf der Sonnenallee zu entziffern, auch wenn sehr langsam. Aber so ist das mit Sprachen – da muss man dran bleiben.

Danke für das Interview, es war sehr aufschlussreich!